Wir sind umgezogen.

Die Web-Präsens der Gruppe Surpasser ist umgezogen. Aufgrund neuer Gruppenstrukturen haben wir uns entschieden ein neues Blog unter surpasser.blogsport.eu anzulegen, da die kommunistische Gruppe jetzt nicht mehr nur auf Weimar beschränkt ist sondern überregional agiert.
Bitte besuchen sie unser neues Blog:

www.surpasser.blogsport.eu

Rechte Gewalt und die bürgerliche Gesellschaft

Kommentar: Dieser Text ist ein Redebeitrag, der auf der Kundgebung „Mügeln ist überall in Deutschland“ kurz nach dem 2. Überfall auf ausgemachte Nicht-Deutsche in Mügeln gehalten wurde.

Immer wieder häufen sich in der Bundesrepublik so genannte rechtsextreme Gewaltakte und Übergriffe. Seit der Wiedervereinigung gab es unzählige Gewaltakte gegen jene, die von Deutschen als „fremd“ oder „anders“ angesehen wurden. Nach einer Homepage, die rechte Gewalttaten kontinuierlich dokumentiert, gab es seit 1989 131 Todesopfer rechter Gewalt. Wir als Kommunisten fragen besonders nach den Ursachen dieser Gewalt und sehen diese auch in der herrschenden Gesellschaft, und rechte Gewalt nicht nur als Randphänomen einer ansonsten demokratischen Einrichtung. Deshalb halten wir eine Analyse der herrschenden Zustände für unabdinglich, wenn nationalistische Gewalt etwas entgegengesetzt werden soll und wollen auch eine radikale Gesellschaftskritik in diese Kulturstadt tragen, in der immer wieder und gerade in letzter Zeit eine Kultur überhand nimmt, welche nicht so recht in das klassische, demokratische Weimar passen will, nämlich eine nationalistische und dies so brutal wie erschreckend. (mehr…)

Von deutschen Demokraten und aufrechten Nationalisten

Kommentar: Der folgende Text ist eine Intervention in die Weimarer Öffentlichkeit, welche sich zur Zeit über die steigende Präsens der NPD echoffiert, welche immer wieder durch Wahlstände auf sich aufmerksam macht. Erschienen ist er in Form eines Flugblattes, was die inhaltliche und förmliche Knappheit erklärt.

„Supergedenk-und Superwahljahr “ sind die Schlagworte, welche 2009 omnipräsent zu sein scheinen. Dabei stehen der positive Bezug auf die eigene Nation und die reflexartige Bejahung der Demokratie an höchster Stelle. Es gilt durch „60 Jahre Grundgesetz “ und „20 Jahre Mauerfall “ eine deutsche Identität zu schaffen, die frei ist von Massenmord und Vernichtungswahn. In Weimar ist zudem mit dem 90.Jahrestag der Weimarer Verfassung der schwarz-rot-goldene Farbentaumel perfekt und man müht sich den eigenen, demokratischen Standort gegen jeden „Befall von außen “ zu verteidigen.1 (mehr…)

„Kommunismus – Aber wie?“

Diskussions- und Vortragsveranstaltung mit Hannes Gießler und Peter Christoph Zwi am 15.05.2009 ab 20 Uhr im Café Wagner in Jena.

Die „freie Entfaltung der Einzelnen“ und „die Rücknahme der Staatsgewalt durch die Gesellschaft“ (Marx)

In den Ländern, in denen im 20. Jahrhundert der Sozialismus eingeführt wurde, entstanden stark verstaatlichte Gesellschaften. In der Kritik des Gothaer Programms aber hatte Marx proklamiert: „Die Freiheit besteht darin, den Staat aus einem der Gesellschaft übergeordneten in ein ihr durchaus untergeordnetes Organ zu verwandeln“. (mehr…)

Das Konstrukt Nation überwinden – Flyer und Plakat

Flyer und Plakate für die Veranstaltung am 10. Juni sind fertig, und ab sofort zum Download oder im Infoladen in der Gerberstraße 1 erhältlich.

Plakat — Das Konstrukt Nation überwinden! (PDF)
Flyer — Das Konstrukt Nation überwinden! (PDF, Druckvorlage)

Zum Veranstaltungstext.

Das Konstrukt Nation überwinden

Vortrag und Diskussion mit einem Referenten des BiKo Erfurts – anschließend Bar und Musik

2009 ist in Deutschland das Superjahr. Vor 20 Jahren fiel die Mauer und stellte so die nationale Einheit wieder her. Vor 60 Jahren wurde das Grundgesetz verabschiedet und war nun Wegweisend für eine „neue“ deutsche Nation. Vor 15 Jahren zogen die letzten Soldaten der Roten Armee aus Deutschland ab. Vor zehn Jahren nahmen Parlament und Regierung ihre Arbeit in der alt-neuen Hauptstadt Berlin auf. Grund genug für die Deutschen, sich selber einmal wieder gründlich zu feiern. Nationale Feiertage und historische Ereignisse sind von hoher Wichtigkeit für den nationalen Gründungsmythos, der den Kitt darstellen soll einer Gesellschaft der „vereinzelten Einzelnen“ (Theodor W. Adorno). Dass Nationalismus und Rassismus nicht nur Probleme der Radikalen Rechte sind, zeigt die Asylpolitik der Bundesrepublik, die Zahlen der Todesopfer an der EU-Außengrenze, welche sich monatlich zwischen 100 und 300 bewegen (im März 2009 waren es laut „Borderline Europe“ mindestens 316), der immer wiederkehrende mediale Aufschrei, wenn wieder einmal so genannte „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ straftätig werden, oder der alljährliche Nationale Taumel zu Fußball Großereignissen.
Ein Superjahr dürfte 2009 allerdings auch für die NPD werden, welche durch den Fall der 5-Prozent Klausel in Thüringen in so manchen Stadtrat einziehen wird. Dies ist nur symptomatisch für ein Deutschland, in dem der Stolz auf die eigene Nation wieder zum guten Ton gehört und wird sich schwer verhindern lassen, so lang Zwangskollektive das Miteinander der Menschen bestimmt.
Deshalb betrachten wir es als notwendig, eine kontinuierliche Kritik an dem Konstrukt der Nation zu üben. Am Mittwoch den 10. Juni findet die Veranstaltung „Das Konstrukt Nation überwinden“ statt, welche sich speziell mit den Gründungsmythen der deutschen Nation auseinandersetzt, zu der wir alle Interessenten herzlich einladen.

Ankündigungstext des Vortrags:

Nationalismus der Mitte

„Du bist Deuschland“ und nicht Europameister, aber Fahnen hängen trotzdem überall. Es ist deutlich sichtbar, daß Nationalismus in Deutschland kein Privileg Baseballschläger schwingender Nazi-Skins ist. Gerade mit den Fußball-Ereignissen der letzten Jahre hat sich durchgesetzt, daß die Mitte sich ganz selbstverständlich positiv auf ihren Staat bezieht.

Aber für was steht der schwarz-rot-goldene Lappen eigentlich? Für Hermann den Cherusker, Bonifatius und Friedrich den Großen? Lothar Matthäus, Jügen Klinsmann und Franz Beckenbauer? Sauerbraten, Thüringer Bratwurst und Labskaus?
Ausgehend von zwei Arbeitsdefinitionen des Nationalismusbegriffes wollen wir in Frage stellen, ob der Kern nationaler Identität wirklich gemeinsame Sprache, Geschichte, Kultur und Territorium ist. Vielmehr sind wir der Ansicht, daß die die meisten dieser Merkmale Mythen sind, die im Nachhinein konstruiert wurden, um die Nation mit einem überzeugenden Fundament zu versehen. Darüber hinaus behaupten wir, daß die nationalen Mythen in Vergessenheit geraten, wenn sie nicht ständig aktualisiert werden. Warum werden diese Mythen gepflegt? Gerade in Krisenzeiten ist es nötig, Gemeinsamkeiten in einem ständigen Aufwand immer wieder herzustellen, damit der gesellschaftliche Zusammenhang nicht seinen eigenen Zerfallstendenzen zum Opfer fällt.
Wir wollen in der Veranstaltung darstellen, wie besagte Mythen im Kontext der historischen Entwicklung des Nationalstaats entstanden sind und wie sie heute aufrecht erhalten werden. Darüber hinaus geht es um die TrägerInnen nationaler Ideologie, speziell darum, welche Diskurse seit 1990 einen Nationalismus der Mitte befördern.

Die Analyse nationaler Mythen und Diskurse erlaubt es, NationalistInnen als das zu kritisieren, was sie sind: „ideologische Banditen“ (Elie Kedourie), die in das Wohl einer imaginierten Gemeinschaft über das Wohl des Einzelnen stellen, was weder den Eingeschlossenen noch den Ausgeschlossenen ein gutes Leben ermöglicht.


Vortrag und Diskussion am 10. Juni ab 20 Uhr in der Gerberstraße 1, danach Soli-Bar und Musik von DJ Android Dance (electro, minimal)

Eine Veranstaltung der Gruppe Surpasser Weimar – www.surpasser.tk